Das Alte Amt
An der Ecke Markt/Bahnhofsstraße befindet sich das Alte Amt.
Einst befand sich hier der Gasthof „Zu den drei Schwaanen“.
Neben dem Hotel „Blauer Hecht“ (1994 abgerissen) und dem Bürgerhaus „Zum Goldenen Stern“ war das Gebäude eines der ältesten und bedeutendsten Gastlichkeiten in Borna. 1655 ging dieses Gebäude aus Privathand durch Kauf in den Besitz des sächsisch kurfürstlichen Amtes über und die Beamten erhielten hier erstmals ihren Dienstsitz. Fortan war hier das Justiz- und Rentamt untergebracht.
Obwohl es nun ein Verwaltungsgebäude war, bestand immer noch das vom vorherigen Nutzer geltende Braurecht. Belege dazu finden sich auf einer Jahres-Rechnung von 1694. Dieses Recht wurde einzig vom Landesherrn verliehen und bescherte den Städten einen einträglichen Erwerbszweig, da die umliegenden Dörfer ihr Bier hier kaufen mussten. Ein besonderer Gast fand sich im Frühjahr und im Herbst 1813 ein.
Im Vorfeld der Leipziger Völkerschlacht richtete sich König Friedrich Wilhelm der III. von Preußen samt seines Militärstabs hierkurzzeitig sein Hauptquartier ein. Von 1955 bis 1968 befand sich im Gebäude das Heimatmuseum. Es wurde in einer Nacht-und-Nebel-Aktion geschlossen und der „Sozialistische Aufbaustab“ zog hier ein.
Getreu dem Motto: Borna wird eine Sozialistische Stadt sollten alle historischen Gebäude bis auf das Rathaus, die Stadtkirche und das Reichstor Neubauten weichen. Seit den frühen 90er Jahren befindet sich hier die Sparkasse, die im angrenzendem Gebäude (Bahnhofstraße) schon seit 1941 bestand.