Was hat der Blues im Leipziger Südraum verloren? Rund einhundert Jahre nach dem Aufkommen dieser Musikrichtung in den Südstaaten der USA, die auch eine Befindlichkeit beschreibt, überkam den von der Braunkohlenindustrie geprägten Südraum in den 1990er Jahren ein durchaus ähnliches Gefühl. Den Takt dazu gaben die Eimerketten der Bagger und das noch beständige Wummern der Brikettpressen vor.
Als sich für den West-Berliner Fotografen Christian Bedeschinski Ende 1989 erstmalig die Chance bot, die DDR-Braukohlenindustrie Mitteldeutschlands zu besuchen, wurde der Südraum Leipzig ab 1990 ein Schwerpunkt fotografischer Betrachtungen. Es entstanden bis 1999 neben tausenden Color-Mittelformatdias auch unzählige Schwarzweiß-Aufnahmen.
Schwarzweiß, ein Medium, welches ohne blauen Himmel, wohl am besten geeignet ist, objektiv und authentisch den Strukturwandel in Szene zu setzen. Als das „Glück auf“ der Bergleute, Kraftwerker und Brikettierer nicht selten einer Sprachlosigkeit gewichen war, veröffentlichte Bedeschinski 1995 seinen ersten Fotoband.
Reisen Sie mit in ein fotografisches Gefühl, erleben Sie den „Blues“ im Südraum der Neunzigerjahre.
Wo: Dokumentationszentrum, Jahnstraße 24a, Borna
Wann: 04.11.2026 18.00 Uhr
Eintritt: 5,00 Euro / ermäßigt 3,00 Euro




